Ich saß in meinem Lesesessel und schaute einen Abba-Film, sang dabei vor mich hin. Hatte völlig vergessen, dass die Longlist des Selfpublishing Buchpreises an diesem Abend auf YouTube veröffentlicht werden würde. In den Vorjahren war ich immer live dabei, am frühen Abend hatte ich kurz daran gedacht, es dann aber nicht mehr auf dem Schirm, weil ich mit einer Autorenkollegin gechattet habe. Die gratulierte mir irgendwann am späteren Abend über Instagram. Das habe ich gesehen, allerdings gedacht, dass sie mir zu meinem neuen Roman gratulieren würde. Schließlich war „Brandungsgesang“ erst vor wenigen Wochen erschienen.
Als weitere Glückwünsche aufpoppten, fiel der Groschen bei mir immer noch nicht. Ich musste mehrfach die Nachrichten lesen, bis ich es begriffen hatte. Mein Roman „Winterkapriolen“ hatte es auf die Longlist Belletristik des Selfpublishing Buchpreises geschafft. Ich habe laut aufgeschrien, mein Mann hat sich total erschrocken. Später haben wir zusammen gelacht und uns gefreut.
Ich weiß noch, wie ich „Winterkapriolen“ auf der Plattform des Selfpublishing Buchpreises im Sommer hochgeladen habe. Ehrlich gesagt, war es meine zweite Wahl. Klingt etwas kleiner, als ich es meine. Zum damaligen Zeitpunkt war mein Roman „Wattlichter“ mein neuster Sylt-Roman und mein Favorit. Den habe ich zuerst hochgeladen und danach erst gesehen, dass auch „Winterkapriolen“ noch in den Bewerbungszeitraum passte. Ich habe zunächst gezögert (Sollte ich wirklich zwei Bücher einreichen?), mich dann dafür entschieden. Umso überraschter bin ich immer noch, dass meine Geschichte von Jasper und Marlene es unter die letzten zehn Bücher auf die Longlist geschafft hat aus immerhin 1.159 Einreichungen.
In meine Romanen sind die Protagonisten alle im fortgeschritteneren Alter. „Winterkapriolen“ ist eine Geschichte über die Schwierigkeit, mit Veränderungen umzugehen. Für die im Ruhestand lebende Marlene laufen die Heiligabendvorbereitungen auf Hochtouren. Das Verhalten ihres Freundes Jasper trügt die Stimmung. Verbirgt er ein Geheimnis oder handelt es sich nur um den ganz normalen Wahnsinn des Alters, der zum Dasein dazugehört? Die Buchbloggerin Frau Goethe liest hat über meine Romane gesagt: „Ihre Geschichten erzählen einfühlsam mit viel Sylt-Flair von Menschen, die auch mit 40+ noch Mut zur Veränderung haben.“ Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.
Der Selfpublishing-Buchpreis wird im Jahr 2025/26 vom Selfpublisher-Verband e.V. in Zusammenarbeit mit Lesehits ausgerichtet. Am 14. Februar 2026 werden die Namen der drei Autor:innen bekanntgegeben, die es mit ihren Romanen auf die Shortlist geschafft haben. Den Termin werde ich auf keinen Fall verpassen, das ist so spannend! Die finale Preisverleihung findet im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2026 statt. Drückt ihr mir die Daumen?

Über die Autorin: Katharina Mosel
Katharina Mosel ist eine echte Hamburger Deern. Aufgewachsen in Schleswig-Holstein, lebt und arbeitet sie heute in Köln. In ihren Wohlfühlromanen nimmt sie ihre Leserschaft mit in ihre Heimat Norddeutschland, am liebsten auf ihre Lieblingsinsel Sylt. Mut zur Veränderung ist das Thema, das die Autorin und ihre Figuren im besten Alter bewegt. Natürlich darf dabei die Liebe nicht zu kurz kommen. Begleitet wird Katharina Mosel von einer pinkfarbenen Ente, die mittlerweile zu ihrem Markenzeichen geworden ist. Sie erinnert die Autorin und ihre Figuren stets daran, dass es nie zu spät ist, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.

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