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Kannst du gut mit dir allein sein?

Also auch ohne Ablenkung durch Smartphone?

Hast du darüber schon einmal nachgedacht oder findest du die Frage komisch? Wir leben in Zeiten, wo wir uns permanent ablenken können. Wenn ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahre erlebe ich, dass praktisch jeder auf sein Smartphone schaut. Ich nehme mich davon nicht aus. Vorbei die Zeit, wo man einfach nur aus dem Fenster gestarrt oder seine Mitmenschen beobachtet hat.

Andererseits erinnere ich mich auch an meine Jugendzeit, wo ich als Schülerin Stunden meines Lebens damit verbracht habe, auf den Bus oder die Bahn zu warten. Ich bin in einem Dorf großgeworden, wo der Bus nur morgens, mittags und abends fuhr. Wäre damals nicht schlecht gewesen, Ablenkung in Form von bewegten Bildern gehabt zu haben. Klar, ich hatte oft ein Buch dabei, aber selbst ich kann nicht in jeder freien Sekunde lesen.

Zurück zur Frage. Gehst du allein mit dir spazieren, fährst du allein in den Urlaub oder besuchst du ein Restaurant, ohne in Gesellschaft zu sein?

Ich gestehe, dass mir der Besuch allein im Restaurant am schwersten fällt. Als Frau im fortgeschritteneren Alter bekommst du häufig den Tisch in der Ecke, wenn du nicht aufpasst, also den kurz vor der Toilette. Es gehört Mut und Übung dazu, sich dagegen zu wehren. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Vor längerer Zeit habe ich mal zehn Tage berufsbedingt in Berlin verbracht, wo ich fast jeden Abend auswärts essen war. Ich bin nie komisch angesehen worden, bekam jedes Mal einen Tisch mitten im Lokal und hatte aufmerksame Bedienungen. Natürlich wuchs mit jedem weiteren Tag mein Selbstbewusstsein, spätestens nach dem dritten Abend war es beinahe Routine.

Wie du anfangen kannst, etwas mit dir selbst zu unternehmen

Worauf will ich hinaus? Wie fast alles im Leben, will auch das Etwas-mit-sich-selbst-unternehmen geübt werden. Bevor man eine Weltreise allein unternimmt, könnte man es mit einem Kurztrip versuchen. Ein Wochenende in einer Stadt, am Meer oder in den Bergen. Sich und die Umgebung dabei beobachten. Wahrnehmen, wie sich der eigene Horizont erweitert und feststellen, wie einfach es ist, Menschen kennenzulernen, so man es denn will. Oft einfacher übrigens, als wenn man zu zweit unterwegs ist.

Eine Woche allein auf Sylt

Ich erinnere mich an eine Woche, die ich ganz allein auf Sylt verbracht habe. Ich bin am Meer entlanggelaufen, habe meinen Gedanken Auslauf gegeben, bin abends müde ins Bett gefallen. Habe außer mit der Verkäuferin in der Bäckerei und der im Supermarkt mit niemandem auf der Insel mehr als wenige Worte gewechselt und mein Schweigen genossen. Mein Handy habe ich nur zum Fotografieren genutzt (und zum abendlichen Kurztelefonat mit meinem Mann). Im Grunde habe ich es so gemacht wie Zoey aus „Konfetti im Winter“ oder wie Nele aus „Wattlichter“. Kein Wunder, dass ich meine Protagonistinnen allein verreisen lasse. Auf die besten Ideen komm ich immer genau dann, wenn ich mit mir selbst unterwegs bin. Kennst du das auch?


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Über die Autorin: Katharina Mosel

Katharina Mosel ist eine echte Hamburger Deern. Aufgewachsen in Schleswig-Holstein, lebt und arbeitet sie heute in Köln. In ihren Wohlfühlromanen nimmt sie ihre Leserschaft mit in ihre Heimat Norddeutschland, am liebsten auf ihre Lieblingsinsel Sylt. Mut zur Veränderung ist das Thema, das die Autorin und ihre Figuren im besten Alter bewegt. Natürlich darf dabei die Liebe nicht zu kurz kommen. Begleitet wird Katharina Mosel von einer pinkfarbenen Ente, die mittlerweile zu ihrem Markenzeichen geworden ist. Sie erinnert die Autorin und ihre Figuren stets daran, dass es nie zu spät ist, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.

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