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Warum schreibe ich über ältere Frauen?

Zum einen, weil ich eine ältere Frau bin und daher weiß, wie es vielen von uns im Älterwerden geht. All die kleinen Wehwehchen, die plötzlich auftauchen, die Falten, die man nicht mehr wegschminken kann (also ich zumindest, kann es nicht), das Gefühl, nicht mehr so attraktiv zu sein wie früher. Ab und zu denkt man vielleicht auch, dass nicht mehr alles möglich ist, man etwas versäumt hat. Das Leben wird endlicher, wenn man die 60 überschritten hat. Einerseits.

Älterwerden bietet Chancen

Andererseits biete dieses Älterwerden so viele Chancen, die Frau auf keinen Fall ungenutzt lassen sollte. Ich höre oftmals, dass ab einem bestimmten Alter das Meiste vorbei sein soll, man vieles nicht mehr machen kann. Warum das so sein soll, habe ich bis heute nicht verstanden. Ich denke eher das Gegenteilige. Befreit von den Erwartungen, die mein Umfeld an mich stellt, kann ich mich heute noch mehr auf mich konzentrieren. Habe gelernt, dass es in erster Linie um mich geht. Dass ich die wichtigste Person in meinem Leben bin. Ja, ich bin es. Früher hätte ich mich nicht getraut, das zu denken, hätte vermutlich verschämt gestottert und meinen Mann als wichtigste Person in meinem Leben bezeichnet. Ich liebe meinen Mann, trotzdem ist er nicht die wichtigste Person in meinem Leben. Das bin ich. Lass dir diesen Gedanken einmal auf der Zunge zergehen, bevor du protestiert oder einwendest, dass deine Kinder auf jeden Fall wichtiger seien als du selbst.

Älter werden kann befreiend sein

Und wo steht geschrieben, dass ich im fortgeschrittenen Alter meinem Leben nicht noch einmal eine neue Wendung geben kann? Eine neue berufliche Aufgabe übernehmen, mich selbstständig machen oder in ein anders Land ziehen kann? Es gibt diverse Frauenvorbilder, die genau das getan haben. Leider erfahren wir über diese Frauen zu wenig, hängen an alten Glaubenssätzen, wie beispielsweise dem, dass frau ab einem bestimmten Alter zu Hause sitzt und sich um die Enkelkinder kümmert. Nur, weil man uns das als Kinder vorgelebt hat, muss es nicht wahr sein.

Mit meinen Romanen möchte ich insbesondere Frauen Mut machen zur Veränderung. Mut machen dazu, sich selbst noch einmal neu zu betrachten. Sich selbst Wünsche zu erfüllen oder sich überhaupt einmal zu trauen, an eigene Wünsche zu denken. Sich selbst wichtig zu nehmen und nicht zuerst an die Bedürfnisse anderer zu denken. Klingt schwierig? Das Verlassen der eigenen Komfortzone ist nie leicht, oft mit Ängsten verbunden. Trotzdem lohnt es sich, versprochen. Und nicht vergessen: Der beste Moment, um die eigene Veränderungsreise zu beginnen, ist jetzt.


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Über die Autorin: Katharina Mosel

Katharina Mosel ist eine echte Hamburger Deern. Aufgewachsen in Schleswig-Holstein, lebt und arbeitet sie heute in Köln. In ihren Wohlfühlromanen nimmt sie ihre Leserschaft mit in ihre Heimat Norddeutschland, am liebsten auf ihre Lieblingsinsel Sylt. Mut zur Veränderung ist das Thema, das die Autorin und ihre Figuren im besten Alter bewegt. Natürlich darf dabei die Liebe nicht zu kurz kommen. Begleitet wird Katharina Mosel von einer pinkfarbenen Ente, die mittlerweile zu ihrem Markenzeichen geworden ist. Sie erinnert die Autorin und ihre Figuren stets daran, dass es nie zu spät ist, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.

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