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Ich schreibe gern über das Essen oder auch Gastronomietipps für Sylt

In deinen Romanen gehen die Figuren zu oft essen, hat mir meine Lektorin vor Jahren einmal an den Rand des Manuskripts geschrieben. Für einen kurzen Moment habe ich gestutzt, mir ihre Worte auf der Zunge zergehen lasse. Was soll ich sagen? Sie hatte recht.

Seit dieser Zeit achte ich darauf, dass meine Protagonisten nicht zu häufig auswärts essen gehen. Obwohl das miteinander Speisen in ausgesuchten Restaurants, Kneipen oder auch am Fischbrötchenstand das Kennenlernen zwischen Figuren, die aufeinander treffen, ungeheuer fördert. Finde ich wenigstens. Funktioniert nur dann nicht, wenn Mann und Frau im Lokal pausenlos auf ihre Handys starren, anstatt miteinander zu reden. Da meine Protagonisten in der Regel jenseits der Fünfzig sind, passiert das aber in der Regel nicht.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich selbst total gern essen gehe? War jetzt nicht schwer zu erraten, oder?

Mein liebstes Essen auf Sylt

Wenn ich gedanklich nach Sylt reise, entstehen automatisch vor meinem inneren Auge Bilder vom Strand, dem Morsum Kliff, der Keitumer Wattseite. Von Schafen, die auf den Salzwiesen weiden und von Möwen, die Fischbrötchen klauen. Und schon bin ich wieder beim Essen. Ehrlich, was wäre ein Sylt-Aufenthalt ohne ein Bismarckhering-Brötchen? Undenkbar für mich, dass ich darauf verzichte. Obwohl mir die Zwiebeln und der Hering Geschmack länger hinterherlaufen, egal! Irgendein Opfer muss man bringen. Es wäre vermutlich keine gute Idee, wenn sich Frischverliebte nach dem Genuss dieses Brötchens küssen, oder? Wenn ich in meine Protagonisten Heringsbrötchen essen lasse, würde ich meine weibliche Hauptfigur über Mundgeruch nachdenken lassen. Was mich direkt zu der Frage führt, warum die männliche Figur sich nicht darüber auch Gedanken machen sollte. Die Idee nehme ich direkt einmal mit für mein nächstes Buch.

An dieser Stelle ein kurzer Einwurf: Ob Gosch oder Blum, die Fischbrötchen schmecken bei beiden gut. Dass ich den Namen Gosch in meinen Romanen häufiger erwähne, liegt daran, dass ich Jürgen Gosch vor Jahrzehnten persönlich im Urlaub kennengelernt habe. Wir haben einige Abende zusammengesessen und geklönt, übrigens weit weg von der Nordsee. Seither habe ich eine persönlichere Beziehung zu dem Laden. Und nicht zu vergessen: Eines meiner Lieblingsessen sind die Thai-Nudeln mit Flusskrebsfleisch vom Grill. Habe mal versucht, sie nachzukochen. War okay, aber nicht zu vergleichen mit dem Original.

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Der beste Kuchen auf Sylt

Diejenigen, die mir in den sozialen Medien folgen wissen, dass ich bei jedem Sylt-Urlaub Kuchentests in verschiedenen Cafés durchführe. Ich muss mich schließlich vor Ort davon überzeugen, dass ich meine Figuren in die richtigen Cafés führe. Abgesehen davon, dass für meine bessere Hälfte ein Tag ohne Kuchen kaum vorstellbar ist. Hier ein kleines privates Ranking:

Den besten Butterkuchen gibt in Jessens Landbäckerei in Wenningstedt.

Pflaumenkuchen wird mein Mann nur noch im Café Wien in Westerland kaufen.

Besonders leckeren Rhabarberkuchen gibt es in der Kupferkanne. Abgesehen von der sensationellen Lage, den riesigen Kuchenstücken und dem nostalgischen Gefühl, was sich bei mir jedes Mal einstellt, wenn ich dort bin. In dem Cafégarten habe ich bereits mit meinen Eltern als Kleinkind gesessen.

Ingwersen in Morsum steht ebenfalls auf meinem Programm, wann immer ich auf Sylt bin. In dem Café in Morsum habe ich viele schöne Stunden verlebt, mein Vater besaß eine Wohnung in der Nähe. Nele aus meinem Roman „Wattlichter“ nimmt dort ihre erste Mahlzeit auf der Insel zu sich, das Café taucht in dem Buch des Öfteren auf. Ich durfte sogar einmal eine Signierstunde bei Ingwersen halten.

Nielsens Kaffeegarten und die Kleine Teestube in Keitum sind ebenfalls fester Bestandteil eines Sylt-Aufenthalts.  Als passionierte Teetrinkerin probiere ich in der Teestube immer neue Teesorten. Zusammen mit Blaubeerpfannkuchen einfach nur lecker! Im Kaffeegarten hat man einen wunderschönen Blick auf das Wattenmeer. Hier lässt es sich lecker frühstücken.

Restaurants auf Sylt

Will man abends auf der Insel essen gehen, gibt es für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel genügend Auswahl. Da ich immer eine Ferienwohnung miete, koche ich oft selbst oder wir holen uns etwas von Gosch am Kliff. Wenn wir abends in ein Restaurant gehen, sollte es fußläufig oder zumindest nicht weit weg von Wenningstedt gelegen sein. Neu ausprobiert habe ich den Strandhafer. Man sitzt praktisch direkt am Strand von Wenningstedt, kann den Sonnenuntergang bewundern. Ich habe Thai Curry gegessen und mich dort sehr wohl gefühlt. Vielleicht kehren meine Protagonisten in meinem nächsten Roman dort einmal ein, schauen wir mal.


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Über die Autorin: Katharina Mosel

Katharina Mosel ist eine echte Hamburger Deern. Aufgewachsen in Schleswig-Holstein, lebt und arbeitet sie heute in Köln. In ihren Wohlfühlromanen nimmt sie ihre Leserschaft mit in ihre Heimat Norddeutschland, am liebsten auf ihre Lieblingsinsel Sylt. Mut zur Veränderung ist das Thema, das die Autorin und ihre Figuren im besten Alter bewegt. Natürlich darf dabei die Liebe nicht zu kurz kommen. Begleitet wird Katharina Mosel von einer pinkfarbenen Ente, die mittlerweile zu ihrem Markenzeichen geworden ist. Sie erinnert die Autorin und ihre Figuren stets daran, dass es nie zu spät ist, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.

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